Robert Griess über die Frage, warum er sich für das Festival engagiert: "Für mich ist Kabarett nicht nur die Form der intelligenten Unterhaltung schlechthin, sondern auch eine emanzipatorische Kunstform. Die Szene ist so lebendig wie vielseitig und voller kluger Köpfe, schräger Vögel, begnadetere Satiriker, fantastischer Entertainer und kritischer Alltags-Philosophen. Lachen zerstört autoritäre Denkstrukturen und festgefügte Weltbilder. Es öffnet den Geist für neue Sichtweisen. Außerdem wird scharfe Kritik viel eher angehört und akzeptiert, wenn sie unterhaltsam verpackt ist. Denn der Wert einer Idee hängt immer davon ab, wie sie vorgetragen wird. Das Problem: Dummheit kennt keine Zweifel. Die Dummen posaunen selbstbewusst ihre Dummheiten in die Welt und kriegen mehr als genug das Fernsehen als millionenfachen Verstärker dazu. Dagegen setzen wir das Live-Kabarett. Denn Kunst – auch Kleinkunst – steht immer im Kontext der aktuellen gesellschafts-politischen Verhältnisse. Eine reine Unterhaltungs-Kunst ist eitel und kreist nur um sich selbst. Kunst – auch Kleinkunst - muss dem Geist der Aufklärung verpflichtet sein, die Perspektive von unten haben, die Mächtigen zum Lachen freigeben – sonst kann sie gleich als Partyservice anheuern, wie Jörg Fauser einmal schrieb.
Deshalb die Idee für ein Festival des politischen Kabaretts. Der DGB als politische Wirkungskraft in der Gesellschaft und die VHS Köln als größte Bildungsinstitution für Erwachsene mit ihrem breitest aufgestellten Programm sind für mich die natürlichen Verbündeten des Kabaretts und ich freue mich wahnsinnig, dass wir zusammen dieses Festival auf die Beine stellen. Ich hoffe, dass wir mit dem Festival viele Menschen zum Lachen bringen und gleichzeitig zeigen können, dass Politik und Unterhaltung, Aufklärung und Spaß, Solidarität und Phantasie keine Widersprüche sind, sondern im Kabarett zusammen fließen. In diesem Sinne: Die Rückkehr des Agit Prop. Lacht kaputt, was euch kaputt macht!"
Mehr über Robert Griess unter www.robertgriess.de






