Erstes Kölner Festival des Politischen Kabaretts

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(07.12.2010) Die DGB-Region Köln-Bonn, die Volkshochschule Köln und der Kabarettist Robert Griess laden vom 4. bis 6. Mai 2011 zum „Ersten Kölner Festival des politischen Kabaretts“ ein.

Das dreitägige Festival beginnt am 4. Mai 2011 mit der „großen Hartz IV-Gala“. Am 5. Mai 2011 wird das Thema „Krise? Welche Krise?“ auf ´s Korn genommen und am 6. Mai ist die „Schlachtplatte – die Endabrechnung“ zu sehen. Insgesamt 16 renommierte Kabarettistinnen und Kabarettisten aus ganz Deutschland setzen der aktuellen Politik die Kraft des gesprochenen Wortes entgegen. Unter anderem dabei: Robert Griess, Simone Solga, Wilfried Schmickler, Heinrich Pachl und Fatih Cevikkokulo. Jeder Abend des Kölner-Kabarett-Festivals hat ein eigenes Thema, das jeweils mehrere Kabarettisten und Kabarettistinnen in ihrer ganz eigenen Art interpretieren.

Andreas Kossiski, Vorsitzender der DGB-Region Köln-Bonn, beschreibt die Idee, die zu der gemeinsamen Initiative der Volkshochschule, des künstlerischen Leiters Robert Griess und des DGB geführt hat. "Kabarett ist eine Form der politischen Auseinandersetzung mit anderen Mitteln. Es deckt auf, klärt auf und fordert intensives Nachdenken bei den Zuhörern. Politisches Kabarett hat als „Kampf mit anderen Mitteln“ einen festen Platz bei gewerkschaftlichen Veranstaltungen in unserer Region. Wir wollen die vorhandenen Strukturen stabilisieren und zukunftsfähig machen. In Köln arbeiten und leben eine große Zahl von hervorragenden Künstlerinnen und Künstlern. Es gibt eine Vielzahl von Spielstätten und unzählige Auftritte von Kabarettisten/innen aus der gesamten Republik. Bisher fehlte aber ein Format, das politisches Kabarett in unserer Stadt bündelt und verstärkt. Mit dem neuen Festival des politischen Kabaretts haben wir gemeinsam mit der VHS-Köln und Robert Griess diese Lücke geschlossen: themenorientiert, kompakt und vielfältig. Bei den Themenabenden beleuchten bis zu vier Künstler mit ihren unterschiedlichen Sichtweisen und verschiedenen Ausdrucksformen jeweils ein politisches Schwerpunktthema. Das ist neu für Köln und bundesweit einmalig.“

Robert Griess: „Für mich ist Kabarett nicht nur die Form der intelligenten Unterhaltung schlechthin, sondern auch eine emanzipatorische Kunstform. Die Szene ist so lebendig wie vielseitig und voller kluger Köpfe, schräger Vögel, begnadetere Satiriker, fantastischer Entertainer und kritischer Alltags-Philosophen. Lachen zerstört autoritäre Denkstrukturen und festgefügte Weltbilder. Es öffnet den Geist für neue Sichtweisen. Außerdem wird scharfe Kritik viel eher angehört und akzeptiert, wenn sie unterhaltsam verpackt ist. Denn der Wert einer Idee hängt immer davon ab, wie sie vorgetragen wird. Das Problem: Dummheit kennt keine Zweifel. Die Dummen posaunen selbstbewusst ihre Dummheiten in die Welt und kriegen mehr als genug das Fernsehen als millionenfachen Verstärker dazu. Dagegen setzen wir das Live-Kabarett. Denn Kunst – auch Kleinkunst – steht immer im Kontext der aktuellen gesellschaftspolitischen Verhältnisse. Eine reine Unterhaltungs-Kunst ist eitel und kreist nur um sich selbst. Kunst – auch Kleinkunst - muss dem Geist der Aufklärung verpflichtet sein, die Perspektive von unten haben, die Mächtigen zum Lachen freigeben – sonst kann sie gleich als Partyservice anheuern, wie Jörg Fauser einmal schrieb. Deshalb die Idee für ein Festival des politischen Kabaretts. Ich hoffe, dass wir mit dem Festival viele Menschen zum Lachen bringen und gleichzeitig zeigen können, dass Politik und Unterhaltung, Aufklärung und Spaß, Solidarität und Phantasie keine Widersprüche sind, sondern im Kabarett zusammen fließen. In diesem Sinne: Die Rückkehr des Agit Prop. Lacht kaputt, was euch kaputt macht!"

Gabriele Hammelrath, Leiterin der Volkshochschule erläutert, warum die VHS dieses Kabarett mitveranstaltet: „Wir sind dabei, weil …wir mit kaum einer anderen Art der politischen Veranstaltung unserem Anspruch aus dem Leitbild einerseits und unserer Vorstellung von gelungenem Lernen andererseits so umfassend gerecht werden können. Denn wir sind fest davon überzeugt, dass Lernen Spaß machen kann – und dass mit Spaß besonders gut gelernt wird. Also: politische Bildung at ist best. Und dazu noch passend zu meinem persönlichen Leitspruch zur politischen Lage, der von einem österreichischen Kabarettisten stammt und lautet: „Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst!“

Alle drei Abende finden im Forum der Volkshochschule im Museum, Cäcilienstrasse 29-33 in Köln statt. Einlass ist um 19:00 Uhr, Beginn um 19:30 Uhr.

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